Das Meisterwerk der Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts in einer Neuausgabe, erstmals anhand der Originalbriefe ediert Der exzentrische Lebemann Hermann Fürst von Pückler-Muskau erlangte auf Umwegen schriftstellerischen Ruhm: Der Anlass für die ausgedehnte Reise in den Jahren 1826 bis 1829 durch England, Wales und Irland mit dem Schlusspunkt Paris war ein außergewöhnlicher: Nachdem sich Fürst Pücklers Hoffnungen zerschlagen hatten, durch Einheirat in die Familie des preußischen Staatskanzlers Hardenberg zu einem lukrativen Amt zu kommen, und seine Gattin Lucie zu allem Überfluss 1822 im Testament des Vaters unberücksichtigt geblieben war, musste ein Ausweg aus der fürstlichen Finanzmisere gefunden werden. Aufgrund kostspieliger Hobbys wie der Parkgestaltung und einem äußerst extravaganten Lebensstil war sein Schuldenberg inzwischen auf 440.000 Taler angewachsen (nach heutiger Kaufkraft ca. zwanzig Millionen Euro). Es war schließlich die resolute Lucie, die die Idee hatte, sich pro forma scheiden zu lassen, um den nun Exgatten als Mitgiftjäger nach Großbritannien schicken zu können. Von dieser Reise von 1826 bis 1829 berichtet Pückler-Muskau seiner Exfrau in langen, äußerst kurzweiligen und geistvollen Briefen: Ist der Englandaufenthalt vor allem von der süffisanten-unterhaltsamen Beschreibung der dortigen Oberschicht geprägt, verlagert sich in Irland der Schwerpunkt der Reiseberichte auf die beeindruckend realistische Beschreibung von Land und Leuten. Pücklers Stil ist brillant, leichtfüßig und voller Esprit. Er beherrscht die Kunst der Ironie und des Understatements ebenso wie den pointierten Aphorismus. Diese faszinierenden Briefe wurden bereits 1830/31 herausgegeben, freilich ohne den Autor preiszugeben, und waren einer der größten Bucherfolge des 19. Jahrhunderts.
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