Es gibt ein unzerstörbar Wunderbares in der Welt. Warum wird es kaum mehr wahrgenommen? Nicht, dass Einzelne es zerstört hätten. Es hat sich zurückgezogen, sich ins Exil begeben: Das Wunderbare im Exil der Dichtkunst. Die Lektüre der Gedichte von Ulrich Fentzloff ermöglicht dem Leser die Schau einer geheimnisvollen, anderen, verborgenen, in ungebrochener Vielschichtigkeit gerade auch im Alltag anwesenden Welt. Der Dichter deutet das suchende, ein Wunderbares ertastende Dasein als „schwarze Möwe, die Erleuchtung im Trivialen sucht.“ (Pittura metafisica) Dichtung ist Vogelflug, ein weithin schweifendes Denken, zugleich das Hinuntersteigen in den geistigen Untergrund: „Wir ahnten nicht, wie sehr die Erde von Göttlichem unterhöhlt ist.“ (Odysseas Elytis) Das Wunderbare – eine Dasein gründende Melodie. Die Gedichte Ulrich Fentzloffs sind ahasverische Gestalten, die durch Hinterhöfe, Altstadtgassen streifen, in der Bergwelt sich verlieren, in antiker wie biblischer, in moderner Poesie. Sie leben, die Gedichte, von der Voraussetzung, dass alles, was sich jemals zugetragen, was jemals gedacht und empfunden, aufgebaut und wieder verworfen wurde; dass alles, alles, in Schichten, Stockwerken angeordnet, erhalten bliebe. Nichts, das verloren gegangen wäre, das verloren ginge. Eine unterirdische Megalopolis bewahrt auf, woraus die Architektur der Poesie zu schöpfen vermag. Diese Gedichte sind Splitter besagter Megalopolis, Erinnertes, Strandgut, welches an die Ufer gespült wird unserer Sinne. Fragmente der Angst, der Daseinsfreude, der Christusverehrung einsamer Gesang. Gründend der Gedanke Friedrich Georg Jüngers: »Auch ich bin durchdrungen davon, daß inmitten dieser Welt der Zerstörung eine ganze heile und unverletzte Welt liegt, die von keiner Atombombe berührt wird.“ (Brief an Ernst Niekisch vom 10. Juli 1947) F.G. Jünger versteht, »daß der Mensch ins Wanken gerät. Dennoch bleibt die Rose vollkommen schön.« (ebd.) Die Gedichte folgen der philosophischen Spur, werfen die entsprechenden Fragen auf – im Wissen allerdings, dass das Wunderbare im philosophischen Kontext äußerlich nur erfaßt werden kann. Die Poesie dagegen öffnet die Tür zum Festsaal, den man, einen Mantel über die Schulter geworfen, betreten darf, sich vom Wunderbaren erschüttern zu lassen. Dennoch bleibt die Rose vollkommen schön. »Die Poesie war mein Vergil, / kam als Morgenstern und tote Mutter, / als Christus in die unbeheizte Stube. / Ich warf den Zigarettenstummel / in antike Wasser, deren Fließen / mir ein Trost.«
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