In "Die vertauschten Köpfe" schildert Thomas Mann die Geschichte der unzertrennlichen Freunde Shridaman und Nanda: Hier der kluge, jedoch körperlich schwache Kaufmann, dort der kräftige Schmied. Beide verlieben sich in die schöne Sita, die schließlich Shridaman heiratet. Auf einer Reise zum Tempel der Göttin Kâlî kommt es infolge von Liebe, Eifersucht und Verzweiflung zu einer dramatischen Zuspitzung: Beide Männer opfern ihr Leben durch Selbstenthauptung, und Sita - einer Anweisung der Götter folgend - setzt in ihrer Verwirrung die Köpfe auf die falschen Körper. Überraschend scheint dieses Missgeschick zu einer idealen Lösung zu führen, nachdem die so Wiederbelebten sich zufrieden zeigen mit ihrer neuen Gestalt. Dieser surreale Tausch wirft die zentrale Frage auf, wodurch ein Mensch bestimmt ist - durch seinen Geist oder seinen Körper. Mann verbindet dabei Motive aus der indischen Mythologie mit philosophischer Tiefe und gestaltet eine vielschichtige Parabel über die Grenzen von Sinnlichkeit, Verstand und körperlicher Identität - erzählt mit Ironie und gedanklicher Schärfe. Ähnlich wie Thomas Manns letzter Roman, "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", ist auch dieser - bereits ein Jahrzehnt früher entstandene - Text von einem durchgehend ironischen Ton geprägt. Sowohl die Form einer "Legende" als auch der märchenhaft entrückte Schauplatz Indien eröffnen dabei zusätzlichen Raum für phantastischen Witz und poetische Übersteigerung. Wenn der Erzähler schließlich auf dem Höhepunkt der Handlung betont, in dieser Geschichte werde nicht übertrieben, ist das nichts anderes als ein besonders deutliches Beispiel für die selbstironische Haltung des Autors. Die Erzählung Thomas Manns basiert auf der sechsten Erzählung der als "Vetalapañcavi¿satika" bekannten Sammlung von 25 Geschichten eines Leichengespenstes ("vetala"), die wiederum in der ca. 350 Erzählungen beinhaltenden Sammlung "Kathasaritsagara" "Ozean der Erzählströme" (11. Jh.) überliefert ist. Dieselbe, ursprünglich auf Sanskrit verfasste Erzählung liegt auch Goethes Parialegende zugrunde. Die Anregung erhielt Mann von dem Indologen Heinrich Zimmer, der ihm seine Veröffentlichung "Die indische Weltmutter" schenkte.
Die bei uns gelisteten Preise basieren auf Angaben der gelisteten Händler zum Zeitpunkt unserer Datenabfrage. Diese erfolgt einmal täglich. Von diesem Zeitpunkt bis jetzt können sich die Preise bei den einzelnen Händlern jedoch geändert haben. Bitte prüfen sie auf der Zielseite die endgültigen Preise.
Die Sortierung auf unserer Seite erfolgt nach dem besten Preis oder nach bester Relevanz für Suchbegriffe (je nach Auswahl).
Für manche Artikel bekommen wir beim Kauf über die verlinkte Seite eine Provision gezahlt. Ob es eine Provision gibt und wie hoch diese ausfällt, hat keinen Einfluß auf die Suchergebnisse oder deren Sortierung.
Unser Preisvergleich listet nicht alle Onlineshops. Möglicherweise gibt es auf anderen bei uns nicht gelisteten Shops günstigere Preise oder eine andere Auswahl an Angeboten.
Versandkosten sind in den angezeigten Preisen und der Sortierung nicht inkludiert.
* - Angaben ohne Gewähr. Preise und Versandkosten können sich zwischenzeitlich geändert haben. Bitte prüfen sie vor dem Kauf auf der jeweiligen Seite, ob die Preise sowie Versandkosten noch aktuell sind.